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To hell or Connaught

Im wilden Westen an der rauen Atlantikküste (mit Palmen und Sandstrand), wo die Menschen im Alltag Gälisch reden, liegen  die Connemara und die Aran Islands.

Heute strahlt der Westen Irlands eine pittoreskse Ruhe aus. Früher  war die historische Provinz Connacht die ärmste und am stärksten benachteiligte Region Irlands, in der niemand leben wollte. 
Zum Fischen braucht man ein Boot, zur Schafzucht Schafe. Also eine schwierige Gegend, wenn man nichts davon hatte. Ackerbau war/ist dort im torfigen Boden kaum möglich.

Die Besiedlung des Westens wurde nach der Eroberung Irlands durch die Englänger, allen voran Oliver Cromwell:
Nachdem der englische König Charles I. am 29. Januar 1649 hingerichtet worden war, wurde Cromwell nach Irland geschickt, um die Royalist Army zu unterwerfen. Daraus wurde bald ein Krieg, um die „ultimative Lösung“ des irisch-katholischen Problems herbeizuführen. Mit dem Act for the Settlement of Ireland 1652 wurde das Land, das den Iren gehörte, wurde – außer dem armen Gebiet westlich des Shannon –  beschlagnahmt und der Befehl „Zur Hölle oder nach Connaught“ war die Warnung an alle, dass sie hingerichtet werden würden, falls sie blieben.
Über 600.000 Männer, Frauen und Kinder waren während des Krieges umgekommen. Ungefähr 850.000 blieben; und für diese oder so viele von ihnen, die nicht als Sklaven auf die Westindischen Inseln verkauft oder aber gehängt  wurden, ging aus dem Dekret hervor, dass, wenn sie östlich des Shannon jenseits eines bestimmten Datums gefunden wurden, sie auch getötet werden sollten. Das angegebene Datum war der 1. Mai 1654. Viele konnten aber trotzdem auf ihrem Land bleiben, wurden aber enteignet und mussten das Land wiederum pachten.

Soundtrack dieser Reise waren The Pogues. Hier ein kleines Liebeslied an Cromwell:

 

 

London Calling

Es gibt Städte, in denen ich mich auf Anhieb wohl fühle, fast schon wie zu Hause. Neben Kopenhagen und natürlich München gehört London definitiv dazu. Flächenmäßig ist die Stadt riesengroß, die Einwohnerzahl mit fast 9 Millionen gigantisch. Aber trotzdem habe ich kaum unentspannte Leute gesehen. Die U-Bahn ist brechend voll, aber es wird dann doch meist mit Humor genommen. London ist für mich die City of London mit ihren verhuschten kleinen Gässchen, in denen Jack the Ripper jeden Moment um die Ecke springen könnte. London ist für mich West End, wo sich ein Theater an das nächste schmiegt und versucht mit riesigen Billboards die Besucher in ihr Etablissement zu locken. London ist Soho mit den vielen Kneipen oder Chinatown mit leckerem Essen.

Wer sich nach London verirren sollte, ist bei Insider London und seinen speziellen Stadtführungen gut aufgehoben. Besonders interessant fand ich die London Underground Tour über die Geschichte der berühmten Londoner U-Bahn. Unser Guide hatte einen Begeisterungslevel von Steve Irwin und die steckte auch alle an.

Fotografen sind wiederum bei Corinna von Hairy Goat in sehr guten Händen. Die Mystery Tour ist sehr empfehlenswert, da man hier gerade nicht alle typischen Londoner Markenzeichen runternudelt, sondern in die etwas versteckteren Ecken geführt wird und wie nebenbei sehr viel über Londons Geschichte erfährt. Corinna ist vom Fach und hat auch einen sehr trockenen Humor, aber das kann man sich schon denken – bei der Namenswahl ihrer Firma.