Archiv der Kategorie: Fotografie

Aliens in London

Wieder mal in London beschloss ich, einen kleinen Spaziergang zu machen, an der Themse entlang von der Lambeth Bridge bis zur London Bridge. Dabei fiel mir auf, dass der Big Ben derzeit völlig eingerüstet ist:

Und dann fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren, warum Big Ben renoviert werden muss:

Doctor Who ist aber auch weniger zerstörerisch in London präsent. An der U-Bahn-Station Earl’s Court steht eine Tardis. Ok – eine Replika einer Police Box von Doctor Who:

Police Boxes wurden bis ca. 1970 in Großbritannien benutzt. Zum Einen, damit Bürger einen direkten telefonischen Draht zur nächsten Polizeistation hatten, zum Anderen konnten Polizisten Straftäter innerhalb der Zelle festsetzen.
Doctor Who’s Tardis ist ein Raumschiff inkl. Zeitmaschine, das nach einer Landung in Großbritannien in den 60er Jahren als Tarnung eben diese Police Box ausgesucht hat. Theoretisch passt sich eine Tardis immer ihrer Umgebung an. Leider kann sie aber seit diesem Besuch wegen einer Fehlfunktion ihr Äußeres nicht mehr ändern. Daher tobt Doctor Who seit über 50 Jahren in einer Police Box durch Raum und Zeit:

Originale Police Boxes gibt es z.B. noch in Glasgow, die ich im Mai auf meiner Schottlandreise aufsuchen werde. Die haben zwar ein anderes Design, aber egal.

In diesem Sinne:

 

Colors of Reykjavík

Eine besonders schöne Überraschung für mich war der Spaziergang, den wir am letzten Tag vor dem Heimflug aus Island in Reykjavík gemacht haben:
An vielen Häuserwänden prangten prachtvolle Murals, bunte gutgemachte Graffitis lockerten das Stadtbild auf und an vielen Ecken gab es Stickerkunst zu entdecken. Leider konnte ich wegen Zeitmangel nicht alles ablichten. Ein Glück, dass ich vorhabe, nächstes Jahr wieder nach Island zu fliegen – dann kann ich ein bisschen durch Reykjavík stöbern und sicher noch mehr entdecken.

Land of Ice and Northern Lights

Nachdem ich im Februar auf den Lofoten das Glück hatte, Polarlichter zu beobachten, wollte ich das Erlebnis wiederholen. Polarlichter machen süchtig. Sind aber definitv gesünder als Nikotin und Alkohol.
Da ich schon immer mal nach Island wollte, war die Lösung naheliegend. Aufgrund der positiven Erfahrung mit meiner ersten Fotoreise im Februar (bin ja sonst etwas skeptisch bei Gruppenreisen), machte ich mich auf die Suche nach einer Polarlicht-Fotoreise nach Island und wurde bei Freiraum Fotografie fündig.

Schon der Anflug versprach viel. Der Öræfajökull zeigte sich in all seiner Pracht. Kleiner Check aus dem Flugzeugfenster: Vulkan ist noch heile. Seit Oktober regt sich die Region, das Eis im Krater sinkt ab. Kann man anhand von Landsat-Fotos sehen.

Nach einer Nacht in Reykjavík ging es nach Grundarfjörður, wo wir die kommen Tage und Nächte unsere Basis zur Polarlichtjagd hatten. Die Location bietet sich an, weil der Kirkufjell um die Ecke ist und bei Polarlicht ein geiles Motiv hergibt. Leider wurden die Vorhersagen immer schlechter, so dass wir uns mit schwachen Polarlichtern zufriedengeben mussten.
Laut isländischem Glauben dürfen Betrachter weder winken, singen noch pfeifen, wenn Nordlichter am Himmel schweben. Sonst werden die Geister der Lichter aufmerksam und kommen auf die Erde, um den Betrachter zu holen. Was man machen muss, um Polarlichter anzulocken, ist unklar. Jungfrau opfern wäre mein Tipp, klappt sonst immer, ist aber in einer Reisegruppe bestehend aus Erwachsenen etwas schwierig zu bewerkstelligen. Tja. Daher nur schüchterne Geister am Himmel:

 
Das Wetter war uns aber wohlgesonnen. Sonne, Wolken, allzeit trocken. Wenn Engel reisen, lacht der Himmel…
Daher konnten wir die Halbinsel Snæfellsnes fotografisch gründlich erkunden. Nebei blieb auch Zeit, leckeren Hákarl zu verköstigen und Islandpferde kennenzulernen (nicht andersrum – Obacht – ein herzhafter Biss in ein Islandpferd führt zu unschönen Hufabdrücken in diversen Körperregionen).

 
Am letzten Tag hatten wir noch ein Zeit, Reykjavík zu erkunden. Was mir auffiel, war die große Zahl an Streetart, darüber aber demnächst mehr.

 
Auf dem Flug zurück blieb nur noch der Soundtrack der Reise und der Entschluss, Island im nächsten Jahr wieder zu besuchen. Island macht auch süchtig.

Hach. Schee wars. Ég fer til Íslands á næsta ári. Danke an Peter Fischer von Freiraum Fotografie, der uns sicher an die Locations gebracht hat, uns Tipps gegeben hat und die Polarlichtaktivität immer unermüdlich im Blick hatte. Profi halt.

Beelitz Heilstätten in anderem Licht

Es ist schon ein Weilchen her, da hab ich mich im Winter nach Beelitz aufgemacht. Dort führte  Zolaq eine kleine Gruppe von Fotografen in die Kunst des Lightpaintings ein.
Ein paar Menschen gehen nachts in eine verlassene Heilstätte – so fangen doch viele Horrorfilme an, dachte ich mir zuerst.
Doch wir sind alle durchgefroren, aber sehr lebendig und mit schönen Fotos wieder rausgekommen.

In der Zwischenzeit bin ich leider nicht viel zum Ausprobieren gekommen, aber ich habe im Dezember angefangen, mir LED-Konstruktionen zu basteln. Im Februar bin ich wieder bei einem Workshop von Zolaq, dann werde ich mir noch ein paar Tipps holen.

To hell or Connaught

Im wilden Westen an der rauen Atlantikküste (mit Palmen und Sandstrand), wo die Menschen im Alltag Gälisch reden, liegen  die Connemara und die Aran Islands.

Heute strahlt der Westen Irlands eine pittoreskse Ruhe aus. Früher  war die historische Provinz Connacht die ärmste und am stärksten benachteiligte Region Irlands, in der niemand leben wollte. 
Zum Fischen braucht man ein Boot, zur Schafzucht Schafe. Also eine schwierige Gegend, wenn man nichts davon hatte. Ackerbau war/ist dort im torfigen Boden kaum möglich.

Die Besiedlung des Westens wurde nach der Eroberung Irlands durch die Englänger, allen voran Oliver Cromwell:
Nachdem der englische König Charles I. am 29. Januar 1649 hingerichtet worden war, wurde Cromwell nach Irland geschickt, um die Royalist Army zu unterwerfen. Daraus wurde bald ein Krieg, um die „ultimative Lösung“ des irisch-katholischen Problems herbeizuführen. Mit dem Act for the Settlement of Ireland 1652 wurde das Land, das den Iren gehörte, wurde – außer dem armen Gebiet westlich des Shannon –  beschlagnahmt und der Befehl „Zur Hölle oder nach Connaught“ war die Warnung an alle, dass sie hingerichtet werden würden, falls sie blieben.
Über 600.000 Männer, Frauen und Kinder waren während des Krieges umgekommen. Ungefähr 850.000 blieben; und für diese oder so viele von ihnen, die nicht als Sklaven auf die Westindischen Inseln verkauft oder aber gehängt  wurden, ging aus dem Dekret hervor, dass, wenn sie östlich des Shannon jenseits eines bestimmten Datums gefunden wurden, sie auch getötet werden sollten. Das angegebene Datum war der 1. Mai 1654. Viele konnten aber trotzdem auf ihrem Land bleiben, wurden aber enteignet und mussten das Land wiederum pachten.

Soundtrack dieser Reise waren The Pogues. Hier ein kleines Liebeslied an Cromwell:

 

 

London Calling

Es gibt Städte, in denen ich mich auf Anhieb wohl fühle, fast schon wie zu Hause. Neben Kopenhagen und natürlich München gehört London definitiv dazu. Flächenmäßig ist die Stadt riesengroß, die Einwohnerzahl mit fast 9 Millionen gigantisch. Aber trotzdem habe ich kaum unentspannte Leute gesehen. Die U-Bahn ist brechend voll, aber es wird dann doch meist mit Humor genommen. London ist für mich die City of London mit ihren verhuschten kleinen Gässchen, in denen Jack the Ripper jeden Moment um die Ecke springen könnte. London ist für mich West End, wo sich ein Theater an das nächste schmiegt und versucht mit riesigen Billboards die Besucher in ihr Etablissement zu locken. London ist Soho mit den vielen Kneipen oder Chinatown mit leckerem Essen.

Wer sich nach London verirren sollte, ist bei Insider London und seinen speziellen Stadtführungen gut aufgehoben. Besonders interessant fand ich die London Underground Tour über die Geschichte der berühmten Londoner U-Bahn. Unser Guide hatte einen Begeisterungslevel von Steve Irwin und die steckte auch alle an.

Fotografen sind wiederum bei Corinna von Hairy Goat in sehr guten Händen. Die Mystery Tour ist sehr empfehlenswert, da man hier gerade nicht alle typischen Londoner Markenzeichen runternudelt, sondern in die etwas versteckteren Ecken geführt wird und wie nebenbei sehr viel über Londons Geschichte erfährt. Corinna ist vom Fach und hat auch einen sehr trockenen Humor, aber das kann man sich schon denken – bei der Namenswahl ihrer Firma.

In Cod We Trust – Fischimpressionen Lofoten

In Henningsvær stach ein Verkäufer in einem Laden mit einem sehr coolen T-Shirt heraus.
CODGUITAR stand da drauf –  das Design selbstgemacht und von folgendem Foto inspiriert:


(Foto: Vidar Lysvold – betreibt übrigens auch eine sehr schöne kleine Galerie in Henningsvær)

Wobei er noch entschuldigend und fast verschämt meinte, dass der Fisch auf dem Bild gar kein Dorsch wäre. Als ob ich DAS gemerkt hätte…
Das Motiv bezog sich auf das jährlich im Juni stattfindende Blues-Festival in Henningsvær namens „Codstock“ (statt Woodstock – Wortspiele mit Cod ergeben sich von selbst).


Für dieses Jahr sind die Karten leider schon ausverkauft. Werde das Festival aber im Auge behalten und voraussichtlich übernächstes Jahr mal besuchen. Die Bilder machen zumindest Lust darauf:
http://www.codstock.no/
https://www.facebook.com/codstock

 „Fish and music is all you need“ meinte der Verkäufer dann noch augenzwinkernd beim Abschied. Die spinnen, die Norweger, aber auf eine nette Art und Weise.

Zuerst aber eine schöne Fischreportage von den Lofoten in bewegten Bildern, um einen Eindruck von den Inseln zu gewinnen. Leider ohne Geruch.

Und nun meine Fischimpressionen von den Lofoten. Natürlich mit Kabeljau. Dorsch. Whatever. Stockfisch halt.

In diesem Sinne: