Aliens in London

Wieder mal in London beschloss ich, einen kleinen Spaziergang zu machen, an der Themse entlang von der Lambeth Bridge bis zur London Bridge. Dabei fiel mir auf, dass der Big Ben derzeit völlig eingerüstet ist:

Und dann fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren, warum Big Ben renoviert werden muss:

Doctor Who ist aber auch weniger zerstörerisch in London präsent. An der U-Bahn-Station Earl’s Court steht eine Tardis. Ok – eine Replika einer Police Box von Doctor Who:

Police Boxes wurden bis ca. 1970 in Großbritannien benutzt. Zum Einen, damit Bürger einen direkten telefonischen Draht zur nächsten Polizeistation hatten, zum Anderen konnten Polizisten Straftäter innerhalb der Zelle festsetzen.
Doctor Who’s Tardis ist ein Raumschiff inkl. Zeitmaschine, das nach einer Landung in Großbritannien in den 60er Jahren als Tarnung eben diese Police Box ausgesucht hat. Theoretisch passt sich eine Tardis immer ihrer Umgebung an. Leider kann sie aber seit diesem Besuch wegen einer Fehlfunktion ihr Äußeres nicht mehr ändern. Daher tobt Doctor Who seit über 50 Jahren in einer Police Box durch Raum und Zeit:

Originale Police Boxes gibt es z.B. noch in Glasgow, die ich im Mai auf meiner Schottlandreise aufsuchen werde. Die haben zwar ein anderes Design, aber egal.

In diesem Sinne:

 

Mongolischer Folk-Metal feat. Nine Treasures

In meinem Leben fehlte mongolischer Folk-Metal.
Das wusste ich allerdings nicht bevor ich Nine Treasures im Rahmen vom tanzt!-Festival gesehen und gehört habe. Korpiklaani ist ihre Lieblingsband, das hört man auch. Macht aber nix – Korpiklaani ist sowieso geil.

Die Menge eim Festival tobte und sang den Refrain von „Sonsii“ mit Inbrust und der Beharrlichkeit wie es nur eine betrunkene Menge schafft.

Nine Treasures kommen aus der Inneren Mongolei, leben und musizieren in Peking, wo eine lebendige Metal-Szene residiert. Typisch Folk-Metal singen Nine Treasures auf Mongolisch.
Als Fremdsprachen-Junkie bin ich darauf natürlich gleich angesprungen. Die bisher veröffentlichten CDs gleich besorgt und mich über die mongolischen Texte fast schon bestialisch gefreut. Wer noch nie Mongolisch gesehen oder gehört hat, hier sind ein paar Beispiele gelistet mit uighurisch-mongolischer Schrift und Hörbeispielen.

Die Instrumentierung besteht aus den traditionellen Instrumenten Morin chuur (Pferdekopfgeige) und Balaleika, die mit E-Gitarre, Bass und Schlagzeug zu einem Metal-Fest gemischt werden.

Als chinesische Band haben sie es ein wenig schwer im Westen auf Tour zu gehen, aber da die Fangemeinde weltweit wächst, dürfte der ein oder andere Festivalauftritt drin sein. Wer also den Namen irgendwann im Programm liest, sollte sich die Jungs gönnen.

Für die CDs Nine Treasures und Arvan Ald Guulin Honshoor gibt es eine definitive Kaufempfehlung.

In diesem Sinne:

Colors of Reykjavík

Eine besonders schöne Überraschung für mich war der Spaziergang, den wir am letzten Tag vor dem Heimflug aus Island in Reykjavík gemacht haben:
An vielen Häuserwänden prangten prachtvolle Murals, bunte gutgemachte Graffitis lockerten das Stadtbild auf und an vielen Ecken gab es Stickerkunst zu entdecken. Leider konnte ich wegen Zeitmangel nicht alles ablichten. Ein Glück, dass ich vorhabe, nächstes Jahr wieder nach Island zu fliegen – dann kann ich ein bisschen durch Reykjavík stöbern und sicher noch mehr entdecken.

Beelitz Heilstätten in anderem Licht

Es ist schon ein Weilchen her, da hab ich mich im Winter nach Beelitz aufgemacht. Dort führte  Zolaq eine kleine Gruppe von Fotografen in die Kunst des Lightpaintings ein.
Ein paar Menschen gehen nachts in eine verlassene Heilstätte – so fangen doch viele Horrorfilme an, dachte ich mir zuerst.
Doch wir sind alle durchgefroren, aber sehr lebendig und mit schönen Fotos wieder rausgekommen.

In der Zwischenzeit bin ich leider nicht viel zum Ausprobieren gekommen, aber ich habe im Dezember angefangen, mir LED-Konstruktionen zu basteln. Im Februar bin ich wieder bei einem Workshop von Zolaq, dann werde ich mir noch ein paar Tipps holen.

Brandenburg …

Im Mai war wieder viel los. Unter anderem zog es mich wieder nach Beelitz in Brandenburg in die Beelitz-Heilstätten:

Zu essen brauchte ich nichts mitnehmen, war ja Spargel-Saison.

Tagsüber stiefelte ich also los und machte mich auf die Suche nach schönen verfallenen Motiven. Leider wurde ich in der Turnhalle der Männerklinik negativ überrascht, denn dort wurden die schönen russischen Wandmalereien überstrichen, da das Gebäude in der Zwischenzeit als Filmkulisse benutzt wurde:

turnhalle

Um einen Eindruch zu bekommen wie die Wandmalereien ausgesehen haben, hier eine 3-D-Ansicht, die ich 2012 in Beelitz angefertigt habe:

Speisesaal/Turnhalle Panorama

Die anderen Gebäude blieben unberührt, aber im Erdgeschoss waren viele Fenster verbarrikadiert, da sie von der hiesigen Jugend zerschmissen wurden. Beim Gang durchs Whitney-Houston-Haus wurden wir auch Zeuge von diesem schwachsinnigen Vandalismus. Kinners, geht Fussball spielen, macht Musik oder irgendetwas anderes Konstruktives. Durch die verbarrikadierten Fenster liegen die Erdgeschosse leider sehr im Dunkeln und es herrscht damit keine schöne Lichtstimmung. In den oberen Etagen bin ich dann aber doch fündig geworden. Die Mehrzahl der Bilder werde ich wohl als Hintergründe für meine anderen Projekte verwenden. Hier daher nur eine kleine Auswahl an Beelitz-Schätzen:

Sabine Miksa